Der Tür-Öffner

Sie sieht aus wie eine, aber tatsächlich ist sie viel mehr – die von Michael Otten entworfene Haustür hat nicht nur die traditionellen Farben der KSV Holstein, in der Scheibe sind neben dem Wappen auch die Unterschriften der aktuellen Ligamannschaft verewigt. Ein Unikat, das beim Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim am 16. März im Fanshop am Holstein-Stadion zu bewundern sein wird.

Schlichte Griffstange, Blau-weißes Türblatt, rot abgesetztes rundes Sichtfenster – das ist die Nummer eins. „Das bedeutet aber nicht, dass die zweite Tür genauso aussehen wird“, sagt Michael Otten, einer der Geschäftsführer des in Boostedt ansässigen Familienbetriebs „Otten Bauelemente“, der mit seinen 25 Mitarbeitern fast alle Wünsche bei Haustüren, Fenster, Wintergärten bis zum Whirlpool erfüllt.

Jede Tür, so Otten, könne nach den Wünschen der KSV-Fans individuell zusammengestellt werden. Was bedeutet, dass sie sich beispielsweise per Finderdruck öffnen lässt und das Glas als P4A Verglasung eine Durchschlag hemmend Wirkung nach RC2 besitzt. Ein schlichter Griff, ein blaues Türblatt, ein rot abgesetzter Rahmen? Auch kein Problem für Michael Otten, der erst seit wenigen Monaten Partner im Störcheclub des Fußball-Zweitligisten ist.

„Ich bin schon in frühester Kindheit Fan des Hamburger SV geworden“, sagt der 44-Jährige. „Aber diese Leidenschaft ist inzwischen deutlich abgekühlt.“ Dazu habe auch der Umgang dieses Vereins mit seinen Sponsoren beigetragen. „Der HSV und Holstein Kiel – das sind zwei völlig unterschiedliche Welten“, sagt Otten, der beim 0:0 gegen den FC Ingolstadt im November vergangenen Jahres erstmals ein Spiel der KSV im Holstein-Stadion live miterlebte. „Die Philosophie gefällt mir einfach, hier ziehen alle an einem Strang und bleiben auf dem Teppich. Ehrgeizig, aber bodenständig dabei. Mit diesen Werten kann ich mich gut identifizieren.“

Zur KSV brachte ihn sein Verkaufsleiter für Rollladen und Markisen Stefan Schümann, der seit 16 Jahren eine Dauerkarte für die Heimspiele der Störche besitzt. „Ich habe zwar bis jetzt noch keinen Sieg miterleben dürfen“, sagt Michael Otten, „aber das ist für mich nicht der Hauptgrund, warum ich zu Holstein gehe.“ Auch bei einer Niederlage käme er als Sieger nach Hause, habe er doch in jedem Fall guten Sport erlebt und interessante Gespräch geführt. Auch seine beiden Kinder, eigentlich Fans des FC Bayern München und Borussia Dortmund, seien mittlerweile mit dem Holstein-Virus infiziert worden. „Nach dem Aue-Spiel war er und einer seiner Söhne tieftraurig. Emotionen die man kennt, wenn man voll hinter der Sache steht.“ Gegen den FC Erzgebirge kassierte das Team von Markus Anfang nach einer 2:0-Führung noch zwei Gegentore der Kategorie „umstritten“ und „unglücklich“. Für Otten war das Ergebnis einmal mehr Nebensache. Er blickte mit seinem Kind trotzdem auf einen schönen Familienausflug zurück. „Ins Holstein-Stadion kann ich sie alle mitnehmen, denn die Fans habe ich hier als sehr rücksichtsvoll erlebt, das sind die Dinge, die für mich wirklich zählen.“

Ein Auslöser, sich der KSV auch auf kreative Art und Weise zuzuwenden, sei der Überfall auf die Kieler Fans nach dem Auswärtsspiel in Aue im September vergangenen Jahres gewesen. „Dieser brutale Akt hat mich sehr berührt, was treibt Menschen dazu, eine Fanfahne zu zerreißen?“ Er habe sofort den Impuls verspürt, den Fans etwas zurückgeben zu wollen. Aus diesem Impuls heraus entstand diese außergewöhnliche Haustür. Aus edlen Materialen zusammengesetzt, aber schlicht gehalten, um, ganz KSV, nicht aufdringlich zu wirken. „Die Tür ist die Visitenkarte des Hauses“, sagt der gelernte Tischler, der heute noch mit Begeisterung von seiner Vorstellungsrunde im Störcheclub erzählt. Wolfgang Schwenke, als Kaufmännischer Geschäftsführer Veranstaltungsleiter dieses allmonatlichen Sponsorentreffs, habe ihn schlicht mit „Michael, kannst Du mal nach vorne kommen und uns sagen, wer Du bist?“ angekündigt. Das habe ihm sehr imponiert. „Der Umgang miteinander ist bei der KSV einfach sehr authentisch.“

Fest steht, dass Otten die Tür im Wert von rund 5000 Euro zum Heimspiel der KSV gegen den 1. FC Heidenheim mitbringen wird. Und klar ist auch, dass er eine besondere Idee für deren weitere Verwendung hat. Aber welche? Das wird noch nicht verraten...

Weitere Informationen zur Holstein-Kiel Haustür finden Sie hier.

Dieser Artikel stammt aus dem offiziellen Stadionmagazin zur Zweitligabegegnung KSV Holstein gegen MSV Duisburg in der Saison 2017-18 (erschienen am 28. Februar 2018).

Foto: Lühn

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